Vereinshistorie

Am 12. März 1910 wurde der Fußballverein FC Phönix Würm im Gasthaus „Zur Linde" in Würm gegründet. Über die Schwierigkeiten, vor die der junge Verein gestellt war, geben die Aufzeichnungen aus jener Zeit Aufschluß. Es war zunächst das Unverständnis, ja sogar Spott und Verachtung, das man dieser neuen Sportart entgegenbrachte. Dann das Auffinden eines geeigneten Spielfeldes und die Beschaffung einer Sportausrüstung. Alle diese Hindernisse wurden jedoch von den jungen Sportlern überwunden. Auf einem gepachteten Wiesengrundstück wurde das erste Spiel gegen den Fußballverein Oststadt Pforzheim ausgetragen und mit 3:2 Toren gewonnen. Ein verheißungsvoller Anfang. Viele Schwierigkeiten mußte der Verein in den folgenden Jahren überwinden, denn der 1. Weltkrieg brachte den Spielbetrieb völlig zum Erliegen.
Viele Sportler und Sportfreunde kehrten aus dem Krieg nicht mehr heim.
Im März 1919 begann der Verein von neuem mit dem Aufbau und konnte 1923/24 mit dem Erringen der B-Klassen-Bezirksmeisterschaft seinen ersten Aufstieg in die A-Klasse feiern. In den Jahren 1921 bis 1924 besaß der FC Phönix Würm eine sehr gute Kraftsportabteilung, die im Raum Pforzheim und darüber hinaus einen sehr guten Ruf hatte. Die jahrelangen Bemühungen den Sportplatz in die Nähe des Dorfes zu verlegen, waren im Jahre 1928 von Erfolg gekrönt, als es gelang, durch Tauschkäufe den Widerstand der einzelnen Grundstücksbesitzer zu beseitigen. Seit dem Aufstieg in die A-Klasse war der FC Phönix Würm ein gefürchteter Gegner, der bei der Vergabe der Meisterschaft oft ein gewichtiges Wort mitzureden hatte. Die allgemeine wirtschaftliche Krise in den dreißiger Jahren stellte große Anforderungen an die Mitglieder. Die meisten Spieler waren arbeitslos und konnten kaum die notwendigsten Sportausrüstungen kaufen. Der Vereinskassier konnte auch nur teilweise einspringen, da die Beiträge nur schleppend eingingen. Doch langsam ging es wieder aufwärts. Sowohl in spielerischer als auch in finanzieller Hinsicht waren gute Erfolge zu verzeichnen. Den sportlichen Höhepunkt bildete die Meisterschaft in der A-klasse 1937/38. Der Aufstieg in die Kreisliga war erreicht. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges brachte das Ende dieser erfolgreichen Zeit. 1945 stand der Verein vor dem Nichts. Mit den wenigen Heimkehrern wurde erst allmählich wieder Fußball gespielt. Als im Jahre 1946 die Kreis- und Landesverbände erneut aufgebaut wurden, konnten auch die Vereine wieder einen geregelten Spielbetrieb aufnehmen. Schon in der Saison 1946/47 konnte Würm kreismeister der B-Klasse werden und in die A-Klasse aufsteigen. In einem Entscheidungsspiel gegen Ersingen sicherte sich der FC Phönix Würm 1948 den Aufstieg in die Bezirksklasse, mußte aber im darauffolgenden Jahr wieder in die A-Klasse absteigen.

Diesem Fest war in jeder Hinsicht ein guter Erfolg beschieden, so daß die Verwaltung mit der Verwirklichung der Pläne zum Bau eines Clubhauses beginnen konnte. lm Schwarzwald kaufte der Verein die Holzkonstruktion eines ehemaligen Sägewerks. Nachdem die Halle von Vereinsmitglieder abgebrochen und nach Würm transportiert war, konnte mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Fast der ganze Roh- und Innenausbau wurde von Mitgliedern in eigener Regie durchgeführt. Diesen Männern ist es zu verdanken, daß Mitte 1951 das Clubhaus eröffnet werden konnte. Aber nicht alles lief so erfolgreich wie der Bau des Clubheimes. 1952 mußte der Verein in die B-Klasse absteigen. Die folgenden Jahre vergingen mit wechselndem Erfolg, bis es der Mannschaft 1956/57 gelang, als erste Mannschaft des Fußballkreises Pforzheim, ohne Punktverlust Meister der B-Klasse zu werden und in die A-Klasse aufzusteigen. Leider jedoch nur für die Dauer eines Jahres.

Im Jubiläumsjahr 1960 wurde erneut der Aufstieg in die A-Klasse erreicht und konnte dank einer spielstarken Mannschaft bis 1965 gehalten werden.

Im Sommer 1964 wurde die Würmtalstraße zwischen Pforzheim und Würm neu ausgebaut. Da die ausführende Firma sehr viel Aushubmaterial zur Aufschüttung benötigte, nahm die damalige Verwaltung die Gelegenheit wahr das stark der Hanglage angepaßte Spielfeld begradigen zu lassen. 40.000 kubikmeter Erde wurden abtransportiert. Bis zur endgültigen Fertigstellung mußte die Verwaltung manche Schwierigkeiten überwinden. Werner Fleck hatte inzwischen das Amt des 1. Vorsitzenden übernommen und konnte für die nächsten 13 Jahre Vereinsarbeit und Vereinsleben entscheidend prägen. Aufgrund der Neuanlage des vereinseigenen Spielfeldes mußte die Mannschaft von 1964 - 1967 nahezu drei Spielzeiten ihre Heimspiele auf den Sportplätzen in Huchenfeld und Hohenwart austragen, weshalb man auch in der Spielzeit 1964/65 in den sauren Apfel des Abstiegs beißen mußte. Um so höher ist deshalb der Erfolg des damaligen Trainers Werner Fleck zu bewer ten, der in seiner Doppelfunktion als Vorstand und Trainer eine Mannschaft aus „Würmer Eigengewächsen“ in der Saison 1966/67 in die A-Klasse führte. Mit einer erstklassigen Leistung wurde die Mannschaft kreismeister der B-Klasse, mit einem 2:1 Sieg über den favorisierten Sportverein Germania Union.

Aber wie schon bei den vergangenen Aufstiegen zeigte sich bald, daß aufgrund mangelnder Jugendarbeit die Spielerdecke um einige herausragende Leistungsträger einfach zu dünn war. Dies bewies sich darin, daß Mitaufsteiger Germania Union im 1. Jahr sofort den Aufstieg in die 2. Amateurliga schaffle, die eigene Mannschaft sich aber nur mit Mühe und Not den Klassenerhalt sicherte und im 2. Jahr der A-Klassenzugehörigkeit wieder den Weg in die B-Klasse antreten mußte. Am 29. Juli 1967 wurde die Platzanlage mit einer Sportwoche ihrer Bestimmung übergeben. Gleichzeitig war es dem Verein in Eigenarbeit gelungen, durch das Aufstellen und Umbauen von drei Fertiggaragen zu Dusch- und Umkleideräumen zeitgemäße Voraussetzungen für den Spielbetrieb zu schaffen.

Mit dem Abstieg aus der A-Klasse in der Saison 1968/69 begann die wohl längste sportliche Talfahrt in der Vereinsgeschichte. Trotz größter Anstrengungen gehörte man 13 Jahre lang ununterbrochen der untersten Spielklasse an. Hierzu hat sicherlich auch der Verlust des vereinseigenen Clubhauses beigetragen, das in der Nacht zum 8.Januar 1972 bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Drei Jahre wurde der Zusammenhalt auf eine harte Probe gestellt, bis im Mai 1975 das neue Clubhaus eingeweiht werden konnte.

1980 wurde die auf ehemaligem Vereinsgelände gebaute „Würmtalhalle“ ihrer Bestimmung übergeben. Zwei Jahre später wurde von der Stadt Pforzheim ein Kleinspielfeld erstellt. Mit der Fertigstellung dieser drei Bauabschnitte hat die Stadt Pforzheim dem Stadtteil Würm eine beispielhafte Sportanlage geschaffen – die Anliegen des FC Phönix Würm aber völlig außer Acht gelassen. Dem erstellten Kleinspielfeld fehlen für den Spielbetrieb die erforderlichen Maße. Die für den Trainingsbetrieb benötigte Beleuchtungsanlage konnte erst 1997 (15 Jahre später) in Betrieb genommen werden. Mit der B-Klassenmeisterschaft 1982 und dem damit verbundenen Aufstieg in die A-Liga Pforzheim begannen für den FC Phönix Würm die erfolgreichsten Jahre in der Vereinsgeschichte. Mit drei Meisterschaften ( B-Klasse 1982, A-Liga 1983, Bezirksliga 1985 ) in vier Jahren stieg man von der B-Liga Pforzheim bis in die Landesliga Mittelbaden auf. Höhepunk war hierbei natürlich die Bezirksligameisterschaft 1985 im Jahr des 75 jährigen Vereinsjubiläums.

Trotz einer spielstarken Mannschaft und einem hervorragenden 7.Platz in der Vorrunde mußte man am Ende der Saison wieder in die Bezirksliga absteigen. Einen weiteren schweren Schlag mußte der FC Phönix Würm durch den tragischen Unfalltod seines 1.Vorsitzenden Egon Kolditz im September 1986 verkraften. G.Burghardt, J.Theurer und W.Müller leiteten bis zur Wahl von Georg Schwarz als 1.Vorsitzenden im Januar 1987 kommissarisch die Geschäfte des FC Phönix Würm. Sportlich konnte die neuformierte ( 13 Abgänge nach dem Landesligaabstieg ) Würmer Mannschaft knapp die Zugehörigkeit zur Bezirksliga Pforzheim sichern. In den folgenden Jahren spielte der FC Phönix Würm eine gute Rolle im vorderen Mittelfeld der Bezirksliga Pforzheim. In der Saison 1990/91 mußte man nach sieben Jahren wieder in die A-Liga Pforzheim absteigen. Erst 1997 konnte unter dem Spielertrainer M.Sappupo mit einem Team aus Würmer Eigengewächsen der Wiederaufstieg in die Bezirksliga gefeiert werden.

Leider war der Erfolg nur von kurzer Dauer und am Ende der Bezirksligasaison mußte man den Weg zurück in die A-Liga antreten.

Im Jahr 2000 übernahm Trainer Ewald Wagner die Mannschaft. In der ersten Saison unter seiner Führung konnte sich die Mannschaft, gemischt aus erfahrenen und aus der eigenen Jugend gewachsenen Spielern knapp in der A- Liga I halten. In der darauf folgenden Saison 2001/2002 gelang dies der ersten Mannschaft nicht und man stieg in die B- Liga ab. Nach dem Abstieg übernahm übergangsweise Alexander Freygang als Spielertrainer das Training. Durch Trainer Thomas Kömpf aus Althengstett sollte ab dem Jahr 2003 frischer Wind in das Team kommen und tatsächlich verpasste die Mannschaft in der Saison 2003/2004 mit der dritten Tabellenplatz nur knapp einen Relegationsplatz. Seit 2005 spielt unsere erste Mannschaft in der B-Liga II Pforzheim unter Trainer Gerold Beyer und ist bestrebt den Weg zurück in die A- Liga des Fußballkreises Pforzheim anzutreten.

Wechselvoll sind die Geschicke eines Fußballvereins, aber gerade das sich in gewissen Zeitabständen wiederholende Spiel von Erfolg und Mißerfolg gibt dem Vereinsleben jene spannende Note, die charakteristisch für den Fußballsport ist.

 

gez. Jürgen Theurer (bis 1985), Alexander Strehlau (bis 2000), Dominik Faulhaber

 

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